Plan B Cover
»Zum ersten Mal wissen wir, dass es nichts gibt, jenseits von uns selbst … Draußen wirbelt die Galaxie vorbei, unbeachtet, gewaltig, schillernd.«

Denis Scheck nennt sie die »weibliche Antwort« auf Ernest Hemingway. Zwischen 1967 und 1987 waren ihre Romane und Kurzgeschichten die Trendsetter des Sience-Fiction-Genres und jedes Jahr wird ein Literaturpreis in ihrem Namen für Genre-Werke, die Geschlechterrollen diskutieren und erweitern, vergeben. Die Rede ist von Alice B. Sheldon, besser bekannt unter ihrem männlichen Pseudonym: James Tiptree Jr.


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fertigFrank Witzel, Buchpreisträger und Autor des alle Rahmen sprengenden Romans »Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch depressiven Teenager im Sommer 1969«, hat uns vor seiner Lesung im Frankfurter Hof in Mainz zu einem kurzen Gespräch getroffen – über amerikanische Pop, den Wahn der Gesellschaft und natürlich auch seine schriftstellerischen Zukunftspläne.

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0,,18550103_303,00Zum stolzen 39. Mal geht es in Klagenfurt um 25.000 Euro. Oder besser: um die Krönung zum Bachmannpreis-Preisträger. Dabei ist nicht nur das Alter dieser Veranstaltung beachtenswert, sondern auch das Wie. Vier Tage werden hier unveröffentlichte Texte von 14 Teilnehmern gelesen, die Reihenfolge gelost und direkt durch eine Jury kommentiert. Dieses Feedback ist aber bisher etwas verhalten ausgefallen. Auf Katerina Plodajans Text »Es ist weit bis Marseille«, in dem eine Frau nach dem Tod ihres Mannes mit einem Fremden ins Bett geht,  folgte ein »Das ist zu viel für ein bisschen Sex.«, vom neuem Jury-Vorsitzenden Hubert Winkels. Auf Saskia Henning von Langes Text »Hierbleiben« − hier flieht der Protagonist vor der Schwangerschaft seiner Partnerin − sah Winkels »eine Tendenz zur Langeweile« und seine Kollegin Hildegard Elisabeth Keller nahm ihr den »Exodus eines Schwangerschaftfeindes« schlichtweg nicht ab.

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CoverJan Wagner schreibt Lyrik. Er ist Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse 2015 in der Kategorie Belletristik und damit der erste Dichter, der diese Auszeichnung erhielt. »Regentonnenvariationen« heißt sein Werk, welches die Jury und viele Leser offenbar begeistert, über die Liebe zum unscheinbaren Detail plötzlich den großen Themen ganz nah zu sein. »Jede Schwiele wird unter deiner Lupe so pompös wie eine Kirchenkuppel.« (nach Canaletto) Weiterlesen

cover_8446In »Mythen. Mutanten.« kreiert Simon Werle acht Stücke im antiken Kontext. Sie sind dynamische Lückenfüller, übersetzt in eine moderne Sprachpoetik mit tragischer Substanz. Vergangenen Herbst ist die Sammlung im Verlag der Autoren erschienen. Laut dem Kulturtheoretiker und Ägyptologen Jan Assmann sind Mythen kulturelle Muster, an denen die Menschen ihr Handeln orientieren und in deren Licht sie die Welt verstehen. Sie sind unser kulturelles Erbe, die mythologische Imagination ist über Generationen eine Inspirationsquelle − nicht nur für Künstler und Künstlerinnen, Philosophen und Philosophinnen, Psychologen und Psychologinnen.

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Buch_Buchtitel_Bericht aus dem Inneren»Bericht aus dem Inneren« ist eine Expedition für Autor und Leser in eine ekstatische Vergangenheit. Das Werk ist 2014 im rowohlt-Verlag in Übersetzung von Werner Schmitz erschienen.

Ich lebe in der Gegenwart und in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit. Mein Freund Coetzee hat mal gesagt: Unsere Bücher sind vollgepackte Koffer, die wir am Straßenrand stehen lassen, während wir weiterreisen.

Es ist wohl der fünfte Roman, welchen man Memoiren oder – wie Herr Auster bevorzugt – autobiographische Schrift nennen könnte. Dabei ist das Werk das Pendant zum vorangegangen Werk »Winterjournal«, innerhalb dessen Auster über seinen äußerlichen Körper expressiv Schläge und Freuden des physischen Ichs wiederbelebt. »Bericht aus dem Inneren« ist nun die impressionistische Mobilisierung von inneren Kindheits- und Jugenderinnerungen. Weiterlesen

»Albuquerque« ist Florian Wackers erster Roman, eine Sammlung aus 14 Erzählungen und im September im mairisch-Verlag erschienen.

Der 34-jährige Autor ist studierter Heilpädagoge, ursprünglich Stuttgarter und lebt heute mit seiner Familie in Frankfurt am Main. Für seine Veröffentlichungen in diversen Literaturzeitschriften und Anthalogien hat er schon mehrere Preise gewonnen, darunter auch den 2.Platz des MDR-Literaturwettbewerbs 2010. In »Albuquerque« ist Bunge wie vom Erboden verschluckt, Andy beeindruckt mit einer Arschbombe die Dorfjugend des Dahlenberger Freibads und Frank, der Busfahrer entdeckt die Schönheit der Sonnenstrahlen. Wacker erzählt von Drehmomenten des Alltags und lässt dabei seinen Leser gerne mit herausfordernden Fragezeichen zurück. Weiterlesen

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Copyright: Fotoarchiv Aufbau-Verlag

Der Schauspielregisseur Michael Thalheimer hat seine Aktualität letztes Jahr im Frankfurter Schauspielhaus erneut bewiesen: Hans Falladas Werk »Kleiner Mann – was nun?« ist ein zeitloses Kapitalismus-Drama.

Tatsächlich spielt der Roman im Jahr 1930, Deutschland steckt mitten in der Wirtschaftskrise, der Arbeitsmarkt ist ein Ort der Ausbeutung und Erniedrigung. Weiterlesen

Der Roman „The Circle“ von Dave Eggers, nun auf Deutsch bei Kiepenheuer & Witsch erschienen, zeichnet eine dystopische Zukunft unseres digitalen Zeitalters. »The Circle« ist Eggers wütender Aufschrei gegen das blinde Vertrauen in den technischen Fortschritt. Eine Warnung vor einem Google-Facebook-Amazon-Monopol, das womöglich einen zu hohen Preis für ein komfortableres Leben fordert. Ein Aufruf, damit wir uns jetzt empören, bevor der digitale Kreis uns endgültig umschließt.

»Privatsphäre ist Diebstahl« ist eines der Dogmen des Super-Konzerns The Circle, geleitet von drei Mächten: Dem verborgenen IT-Crack, dem erfolgsorientierten Manager und dem sympathischen Gesicht der Firma. Einem Dreieck der Macht, das alle Feinde aus dem Weg räumt und unerbittlich ein Ziel verfolgt: Die Vervollständigung des Kreises und damit die Korrosion aller politischen, wirtschaftlichen und privaten Geheimnisse. Dabei ganz von dem Glauben besessen, dass nur unter Beobachtung der Mensch sich von seiner besten Seite zeige. Weiterlesen