Kürzlich berichteten Medien über den Tod eines Delfins. Ein Selfie-wütiger Mob quälte das Tier mit den gierigen Linsen seiner Smartphone-Kameras, bis der Delfin schließlich austrocknete und erstickte. Herausgezerrt aus dem argentinischen Meer – missbraucht für Quality-Time-Schnappschüsse, die auf Mini-Chips und Cloudspeichern begraben werden.
Nicht weniger befremdlich ist die Zerstörung von Korallenriffen durch den Microsoft-Gründer Paul Allen. Der Anker seiner Jacht riss vor wenigen Wochen tiefe Krater in die Unterwasserwelt der Cayman-Inseln. Ein Versehen, laut Allen.
Dass eine derart märchenhafte und sensible Landschaft vernichtet wird – nicht zwingend überraschend. Man kennt die Angewohnheit der Menschheit, sich den Vorteilen seiner Umwelt bis zu deren Kollaps zu bedienen, und erst nachdem die Profite vollends abgeschöpft sind, Einsicht vorzugaukeln. Schwamm drüber.

Zeit zu Träumen. Karl Ove Knausgård erhält die Zulassung, in Bergen per Akademiestudium Schriftsteller zu werden. Der Wunsch, ein Leben als Künstler zu führen scheint greifbar. Doch die Euphorie, einer der Auserwählten zu sein, kehrt sich rasch in Ernüchterung um. Talent alleine will nicht ausreichen, um die Kommilitonen, die Lehrenden und sich selbst zu überzeugen.
In
Nach dem international erfolgreichen Band 1
Der erste Band
Gut ist, wenn Kunst polarisiert. Wenn sie streitbar wird, Auslöser einer Debatte ist, ja eine Meinung provoziert. Knausgård hat mit seiner autobiographischen Reihe erreicht, dass man über sein Schaffen diskutiert. Und das in ungewohntem Ausmaß, wo doch das Feuilleton sich mehr der Politik verschrieben hat, als der Kultur. Aber wer in Norwegen etwa 500.000 Exemplare verkauft, in einem Land, das ca. 5 Millionen Einwohner aufweist, und auch in den Vereinigten Staaten ein Hit ist, dem ist Aufmerksamkeit gewiss. Und das ist gut so.
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Sjón ist Isländer und schrieb mal Liedtexte für Björk. Eines dieser Lieder fand oscarnominiert Platz in Lars von Triers Film