Was hat uns in 2015 begeistert, berührt oder verstört? Was hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen? Eine kleine Auswahl – subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Weiterlesen
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Von der Tragik, ein Titan zu sein
Marcel Reich-Ranicki ist tot. Das ist er zwar schon länger, aber die Leerstelle, die er hinterlassen hat, wartet noch immer schmerzend auf einen Nachfolger. Und während das Literarische Quartett in der ersten Sitzung der Neubesetzung dem kurz zuvor verstorbenen Helmut Karasek gedachte und Maxim Biller sich Mühe gab, der neue Reich-Ranicki zu werden, scheint der gegen seinen Willen zum »Literaturpapst« gekrönte Verstorbene langsam in Vergessenheit zu geraten. Nur gut, dass es die Deutsche Verlags-Anstalt gibt. Die veröffentlichte diesen Herbst nämlich einen neuen Band mit zahlreichen Essays Reich-Ranickis, quasi ein Memorium. »Meine deutsche Literatur seit 1945« heißt der von Thomas Anz herausgegebene Sammelband und schließt somit nahtlos an den Vorgänger »Meine Geschichte der deutschen Literatur. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart« an.
Adieu!
Marcel Reich-Ranicki (* 2. Juni 1920; † 18. September 2013)
Wir sitzen alle im gleichen Zug
und reisen quer durch die Zeit.
Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.
Wir fahren alle im gleichen Zug
und keiner weiß, wie weit. Weiterlesen